Reifeprüfung Grünland – Den richtigen Schnittzeitpunkt finden

Für eine hervorragende Grassilage-Qualität ist der richtige Schnittzeitpunkt entscheidend. Einen ersten Hinweis auf die Gräser-Reifeentwicklung gibt die Grünlandtemperatursumme. Bei Überschreiten der Summe von 200 Grad beginnt der nachhaltige Vegetationsbeginn. 2020 wurde dieser Wert auf Gut Hülsenberg schon Anfang März erreicht. Dies deutet auf eine sehr frühe Grünlandentwicklung hin.


SCHAUMANN führt in diesem Jahr eine Schnittreifeprüfung auf repräsentativen Flächen von Gut Hülsenberg am Standort Wahlstedt durch, um den optimalen Schnitttermin noch genauer einschätzen zu können. Nur wenn die Gräser sich im optimalen Rohfaserbereich befinden, können Sie hochverdauliche und proteinreiche Silagen erzeugen. Auf dieser Seite finden Sie wöchentlich die neuesten Entwicklungen.

Das Ergebnis der Reifeprüfung

Mit dem zweiten Schnitt endet die Reifeprüfung im Grünland. Die Abreife der drei unterschiedlichen Bestände wurde 12 Wochen lang begleitet, analysiert und interpretiert. Hier finden Sie eine Zusammenfassung:


Der erste Schnitt


Durch kalte Nächte und wenig Niederschlag benötigte der erste Schnitt verhältnismäßig lange, um die Schnittreife zu erreichen. Abschließend wurde er mit durchschnittlich 22,4 % Rohfaser, 18,9 % Zucker und 12,2 % Protein je kg TM eingebracht. Der niedrige Proteingehalt (Zielwert sind 17-18 % je kg TM) könnte darauf hinweisen, dass der vorhandene Stickstoff durch die Trockenheit nicht vollständig nutzbar war. BONSILAGE FIT G war hier das optimale Siliermittel, um den höheren Zuckergehalt zu nutzen und ihn während des Silierens in Propylenglykol umzuwandeln.


Abreife der Gräser


Um zeigen zu können, wie sich ein Grasbestand nach dem Schnitttermin weiterentwickelt, wurden kleine Teilflächen in den Beständen nicht gemäht. Diese Gräser zeigten sich ca. 10 Tage nach dem Mähen mit kompletter Ähre bzw. Rispe. Die Qualitäten der Frischgrasproben hatten sich zu diesem Zeitpunkt deutlich verschlechtert. So war der durchschnittliche Rohfasergehalt auf 27,7 % je kg TM gestiegen und der Energiegehalt um durchschnittlich 0,8 MJ NEL je kg TM gesunken. Aus diesem Material könnte nur noch eine minderwertige Silage hergestellt werden. Die vorangeschrittene Reife lässt die Anforderungen an die Häcksellänge und Verdichtung steigen, da die Gäreigenschaften sich mit der Abreife des Bestands verschlechtern. Der Rückgang des durchschnittlichen Energiegehaltes um 0,8 MJ NEL je kg TM würde bedeuten, dass ca. 0,4 Liter Milch je kg TM weniger aus dieser Grassilage gemolken werden könnten. Außerdem würden die deutlich höheren Rohfasergehalte, den Pansen füllen und damit die Gesamt-Futteraufnahme senken. Dadurch würde die Milchleistung weiter sinken.


Der zweite Schnitt


Nach dem ersten Schnitt wurden alle Flächen mit ca. 70 kg N und 40 kg K2O mineralisch gedüngt. Nach der Düngergabe stieg der durchschnittliche Proteingehalt bis zum zweiten Schnitt von 12,2 % auf 17,5 % während der durchschnittliche Zuckergehalt von 18,9 auf 11,5 % sank. Die Entwicklung des GREENSTAR AF1 TETRA-Bestandes zeigt, dass dieser den verfügbaren Stickstoff gut ausgenutzt hat. Die GREENSTAR STRUKTUR-Bestände haben den eingesetzten Stickstoff am besten verwertet. Aus einem kg Stickstoff wurden über beide Schnitte 7 kg Rohprotein auf Basis der Trockenmasse-Erträge gebildet.


Der zweite Schnitt wurde mit durchschnittlich 24,5 % Rohfaser, 8,9 % Zucker und 17,8 % Protein je kg TM gemäht. Aufgrund des geringen Zuckergehalts wurde BONSILAGE PLUS eingesetzt. Dieses Siliermittel bewirkt eine sichere pH-Wert-Absenkung und ausreichende Gärsäurebildung.


Fazit der Reifeprüfung


Durch unsere detaillierte Analyse können die Wechselbeziehungen zwischen den wichtigsten Fütterungsparametern grafisch dargestellt werden. Darstellung 1 zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Zuckergehaltes zu dem durchschnittlichen Rohfasergehalt. Anhand dieser Parameter lässt sich der optimale Schnittzeitpunkt aufzeigen. In der Darstellung ist die Entwicklung der beiden Inhaltsstoffe der 5-jährigen GREENSTAR STRUKTUR-Fläche und im Dauergrünland zu sehen. Da es sich bei dem GREENSTAR AF1 TETRA-Bestand um eine Zwischenfruchtmischung handelt, ist diese hier nicht ausgewertet. Der Anstieg des Rohfasergehaltes bewirkt das Absinken des Zuckergehaltes. Beide zusammen in der richtigen Höhe definieren den optimalen Schnitttermin. Ein zu hoher Zuckergehalt würde ebenso wie ein zu geringer Rohfasergehalt zu eingeschränkter Gärqualität und nicht wiederkäuergerechten Silagen führen.


Darstellung 2 zeigt sehr deutlich die Abhängigkeit des Energie- und Rohproteingehalts vom Rohfasergehalt. Im Laufe der Reifeprüfung im Grünland ist der durchschnittliche Rohfasergehalt der Dauerbestände von ca. 12 % auf über 30 % angestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der Energiegehalt um über 15 % gesunken. Noch stärker war der negative Einfluss der Rohfaser auf den Rohproteingehalt. Hier lässt sich ein Rückgang von über 40 % nachweisen.


Der richtige Schnittzeitpunkt hilft hervorragendes Grundfutter einzufahren und so beim Protein- sowie Energiezukauf zu sparen. Dies entlastet zusätzlich die Stoffstrombilanz. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz von BONSILAGE-Siliermitteln noch bedeutender. Das BONSILAGE-Produktprogramm bietet für jedes Ausgangs-Siliergut die optimale Lösung, um eine hochwertige Silage zu erstellen und die Inhaltsstoffe Ihres Bestandes bestmöglich zu nutzen. Die Gräser Mischung GREENSTAR STRUKTUR sichert durch ihr ausgeprägtes Wurzelwerk auch bei Trockenheit sichere Erträge und gute Inhaltsstoffe.

10. Juni 2020 - Vorbereitung auf den 2. Schnitt

Die Bestände sind erneut nahezu schnittreif. Auch die Wetteraussichten versprechen für die 25. Kalenderwoche stabile Silierbedingungen.

Die Analyseergebnisse der Reifeprüfung im Grünland werden von den ISF- und SCHAUMANN-Fachleuten hinterfragt, bevor sie veröffentlicht werden. Wenn die Ergebnisse nicht durch Umwelteinflüsse oder andere Ereignisse erklärbar sind, werden sie nicht verwendet. Auf die Milchsäurebakterien (MSB) auf der Pflanze trifft das in dieser Analyse zu. Der Gehalt an vorhandenen MSB lag sehr viel niedriger als er, bedingt durch die Temperaturen und Wetterlagen der letzten Tage, hätte sein müssen. Aus diesem Grund sind in dieser Auswertung keine Ergebnisse für die Milchsäurebakterien auf der Pflanze angegeben.


Die BONSILAGE-Siliermittel verfügen über speziell selektierte Milchsäurebakterienstämme, die auf den Pflanzen in geringer Anzahl vorkommen. Durch den Rohfasergehalt (Ø 23 %) mit dem niedrigen Zuckergehalt (Ø 12 %) wird im zweiten Schnitt auf Gut Hülsenberg BONSILAGE PLUS eingesetzt.

8. Juni 2020 - Vorbereitung auf den 2. Schnitt

SchnittGenau 21 Tage nach dem ersten Schnitt sind die Bestände fast schnittreif. Daher wird jetzt der neue Aufwuchs beprobt. Der GREENSTAR STRUKTUR-Bestand wirkt mit 26 % Rohfaser je kg TM leicht überständig. Er spiegelt aber nicht den Abreifestand aller Flächen auf Gut Hülsenberg wieder. Um aus den unterschiedlichen Reifeständen eine hochwertige Silage zu erzeugen, wird der 2. Schnitt in der 25. KW geplant.


Nach dem ersten Schnitt wurden alle Flächen mit ca. 70 kg N und 40 kg K2O mineralisch gedüngt. Die Proteingehalte lassen vermuten, dass der Stickstoff gut umgesetzt wurde. Die Zuckergehalte sind noch auf einem guten Niveau. Die nächsten Tage zeigen, wie sich diese weiter entwickeln. Abhängig von den Gehalten wird dann auch das passende BONSILAGE-Siliermittel ausgewählt.

27. Mai 2020 - Weitere Reifeentwicklung

Die Grünland-Entwicklung zum 1. Schnitt 2020 war rückblickend sehr zögerlich. Mehr als 70 Tage lagen zwischen dem Start des Grünlandwachstums in der ersten März-Dekade (Grünland-Temperatursumme von 200 °C) und dem Schnitttermin. Insbesondere die anhaltenden Nachtfröste bremsten die Grünlandentwicklung zum 1. Schnitt aus. Um auch nach dem 1. Schnitt die Entwicklung der Gräser weiter verfolgen zu können, wurde beim Mähen in jedem Bestand eine kleine Fläche stehen gelassen. Diese werden weiter beprobt, um die Auswirkungen eines späteren Schnitttermins darzustellen.

Der Rohfasergehalt ist seit dem 1. Schnitt am 19. Mai von durchschnittlich 22,4 % auf ca. 25 % je kg TM gestiegen. Der durchschnittliche Energiegehalt ist hingegen um 0,5 MJ je kg TM gesunden. Bei allen Gräsern sind jetzt die Ähren bzw. Rispen sichtbar. Die Reifeentwicklung der Gräser lässt sich aufgrund der engmaschigen Analysen gut verdeutlichen. So wird auch der Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Rohfasergehalt und dem gleichzeitig abnehmenden Zuckergehalt gut sichtbar. Der Zuckergehalt sollte für eine gute Silierung und die richtige Gärsäurebildung bei über 10 % in der TM liegen. Seit dem 1. Schnitt hat sich der durchschnittliche Zuckergehalt der drei Flächen bereits um 28 % verringert.


Die Silierung ist natürlich weiterhin möglich, bringt allerdings Herausforderungen mit sich. Eine gute Verdichtung und der Einsatz des richtigen BONSILAGE-Siliermittels sind jetzt besonders wichtig. Der gesunkene Energiegehalt muss später in der Fütterung ausgeglichen werden.

18. Mai 2020 – Der 1. Schnitt

Die Flächen sind nach den Niederschlägen in der letzten Woche abgetrocknet und gut befahrbar. Der Rohfaserzuwachs wird durch zügiges Ernten gestoppt und BONSILAGE-Siliermittel ermöglichen eine schnelle pH-Wert-Absenkung.


Der gewünschte Trockenmassegehalt wird ohne wenden durch das Mähen mit Aufbereiter erreicht. Die Häcksellänge von 18 mm steuert dem etwas höheren Rohfasergehalt entgegen. So wird der Zucker optimal für den Gärprozess freigesetzt und gleichzeitig eine hohe Verdichtung gewährleistet. Beim Silieren wird BONSILAGE FIT G eingesetzt. Das biologische Siliermittel senkt den pH-Wert zu Beginn der Silierung schnell ab und erhöht die Stabilität der Silage bei der Entnahme deutlich. Zusätzlich bildet BONSILAGE FIT G wertvolles Propylenglykol, dass die Kuhfitness messbar erhöht.

13. Mai 2020 - 1. Schnitt verschoben

Die weiter niedrigen Temperaturen haben seit der letzten Probenahme kaum ein Massenwachstum und nur wenig Rohfaser-Veränderung zugelassen. Der 1. Schnitt wird aufgrund der andauernden Niederschläge auf KW 21 verschoben. . Es ist wichtiger, optimale Silierbedingungen zu schaffen, auch wenn dafür eine etwas ungünstigere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe in Kauf genommen werden muss. Der spätere Erntetermin gewährleistet die Befahrbarkeit der Böden und erhält die Grünlandnarbe. Die Anpassung einzelner Glieder in der Silierkette gleichen höhere Rohfasergehalte, zu niedrige Zuckergehalte oder zu wenige Milchsäurebakterien auf der Pflanze aus. Das Wichtigste ist, auf die veränderten Umstände zu reagieren: die situationsbedingte Anpassung der Häcksellänge und die Auswahl des passenden BONSILAGE-Siliermittels sind zwei Werkzeuge, um einen hochwertigen ersten Schnitt zu produzieren.

6. Mai 2020 – Langsame Schnittreife-Entwicklung

Seit der letzten Probenahme ist die Temperatursumme nur um 8 Grad pro Tag gestiegen. Die Weidelgräser bilden auch bei den niedrigen Temperaturen deutliche Rohfaserzuwächse pro Tag. Bei den Rohrschwingelbeständen verlangsamt sich die Entwicklung der Rohfaser hingegen. Aufgrund der Entwicklung der Zusammensetzung und der Zuwächse in den Beständen wird der 1. Schnitt für die 20. KW terminiert.

Die Zuckergehalte der Gräser verändern sich kaum. Dies liegt an den wenigen Sonnenstunden und das langsame Wachstum. Beim Silieren sollte unbedingt ein BONSILAGE-Siliermittel eingesetzt werden, um die geringen pflanzeneigenen Milchsäurebakterien-Gehalte auszugleichen und hochwertiges Grundfutter zu produzieren.

4. Mai 2020 – Deutliche Bestandsentwicklung

Seit der letzten Probennahme ist die Grünlandtemperatursumme um 10 Grad pro Tag gestiegen. Die gestiegenen Nachttemperaturen ließen die natürlichen Milchsäurebakterien etwas ansteigen. Sie sind aber weiter sehr weit entfernt von dem angestrebten Mindestbesatz von > 100.000 MSB/g FM. Der Zuckergehalt geht aufgrund der eingeschränkten Sonnenstunden und dem Wachstum der Gräser weiter zurück. Ohne den Einsatz von BONSILAGE-Siliermitteln besteht jetzt die Gefahr, dass Gärschädlinge den zur Verfügung stehenden Zucker verbrauchen. Dadurch steigt die Gefahr für eine Fehlgärung enorm. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist der erste Schnitt für KW 20 geplant.

29. April 2020 - Regen ohne Nachtfrost

Die leicht gestiegenen Nachttemperaturen und der einsetzende Regen führen zu Massenwachstum in den Beständen. Aufgrund von weniger Sonnenstunden und gleichzeitigem Wachstum der Gräser sinkt der Zuckergehalt. Die pflanzeneigenen Milchsäurebakterien (MSB) sind weiterhin auf einem sehr geringen Niveau und weit unter dem Zielwert von > 100.000 MSB/g FM. Daher sollten Sie unbedingt ein BONSILAGE- Siliermittel aus einer Kombination homo- und heterofermentativer MSB einsetzen. Unter den derzeitigen Bedingungen empfehlen sich BONSILAGE SPEED G oder BONSILAGE FIT G.


Die Schnittreife von Dauergrünland und Welschen Weidelgrasbeständen wird bei einer unterstellten Rohfaser-Zunahme von 0,3 % pro Tag erst zu Beginn der zweiten Maidekade erwartet. Die Bestände des Rohrschwingels hingegen werden in den nächsten Tagen schnittreif. Der erste Schnitt aller Aufwüchse wird in der 20. Kalenderwoche geplant, um die unterschiedlichen Abreifen zu einem Schnittzeitpunkt zu bündeln und um weiters Massenwachstum zu erreichen. Die Rohrschwingelbestände werden dann vermutlich mit ca. 24 % Rohfaser geerntet (nach heutiger Prognose).

27. April 2020 - Neues Massewachstum fehlt

Wie bereits bei der letzten Probenahme zeigen die Bestände weiterhin kaum Wachstum. Die kalten Nachttemperaturen und die hohen Sonneneinstrahlungen am Tag lassen die natürlichen Milchsäurebakterien-Gehalte sogar noch einmal sinken. Zeitgleich sind die Zuckergehalte in den Frischgrasproben weiter sehr hoch aufgrund der starken Sonneneinstrahlung ohne Massewachstum. Die Empfehlung geht weiterhin zu einem BONSILAGE-Siliermittel, das aus homo- und heterofermentativen Milchsäurebakterien zusammengesetzt ist. So wird gewährleistet, dass die pH-Wert-Senkung bereits zu Beginn der Silierung aktiv unterstützt wird. Die gebildete Essigsäure reduziert die Nacherwärmungsgefahr in der Entnahmephase. Die Siliermittel BONSILAGE FIT G und BONSILAGE SPEED G sind unter den aktuellen Bedingungen und bei entsprechenden Trockenmassegehalten zu empfehlen.


Für die nächsten Tage sind Niederschläge und weniger Sonne angesagt. Die Schnittreife beim Welschen Weidelgras und beim Dauergrünland wird bei einer unterstellten Rohfaser-Zunahme von 0,3 % pro Tag erst zu Beginn der zweiten Maidekade erwartet. Die Rohschwingelbestände hingegen sind nach der heutigen Bewertung früher schnittreif.

22. April 2020 - Geringes Massenwachstum

Die Grünland-Temperatursummen sind seit der letzten Probennahme pro Tag um über 10 °C gestiegen. Daher setzt nun ein geringes Massenwachstum ein. Allerdings sind die Wachstumsrückstände der letzten Wochen nicht mehr auszugleichen. Der optimale Schnitttermin für die Rohrschwingel- und Welschen Weidelgrasbestände wird aufgrund der nun angenommenen Rohfaser-Zuwächse (+0,6 % pro Tag) voraussichtlich Anfang Mai erreicht. Die Dauergrünlandbestände liegen aufgrund ihres anmoorigen Standorts noch etwas weiter zurück.


Die Gehalte an Zucker sind weiterhin sehr hoch und der natürliche Gehalt an Milchsäurebakterien (MSB) immer noch sehr niedrig. Erst nach drei aufeinanderfolgenden Nächten mit Temperaturen über 10 °C setzt die nachhaltige Vermehrung der MSB ein. Daher ist der Einsatz eines BONSILAGE-Siliermittels mit einer Kombination aus homo- und heterofermentativen Milchsäurebakterien dringend zu empfehlen.

20. April 2020 - Verlangsamte Reifeentwicklung

Der erste Schnitt verschiebt sich nach hinten – durch die einsetzende Trockenheit und die kalten Temperaturen in der Nacht verlangsamt sich das Massenwachstum und die Reifeentwicklung der Gräser. Daher sinkt auch die unterstellte Rohfaser-Zunahme um 0,3 % pro Tag und die Schnittreife des Welschen Weidelgrases sowie der Rohrschwingelbestände verschiebt sich in den Mai. Auf einem sehr hohen Niveau sind weiterhin die Zuckergehalte. Die Gefahr hoher Restzuckergehalte besteht weiterhin, da die natürlichen Milchsäurebakterien-Gehalte immer noch sehr niedrig sind (Zielwert: 100.000-150.000 MSB/g FM). Damit geht auch ein größeres Nacherwärmungsrisiko der fertigen Grassilagen einher. Der Einsatz von BONSILAGE-Siliermitteln sorgt für die notwendige pH-Wert-Senkung zu Silierbeginn und erhöht die aerobe Stabilität in der Entnahmephase.


In unseren Gräserproben scheinen die Rohfaserwerte rückläufig zu sein. Die kurzen Probenintervalle verdeutlichen hier sehr schön die Schwierigkeit, den richtig Schnittzeitpunkt zu finden. Natürliche Standortfaktoren wie die Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit, die Sonneneinstrahlung und viele andere bewirken, dass sich ein Grasbestand auch auf einer Fläche unterschiedlich entwickelt. Ein anderer Probenentnahme-Ort kann daher große Auswirkung auf die Inhaltsstoffe und den errechneten Schnittzeitpunkt haben. Die Herausforderung ist, den Zeitpunkt zu finden, zu dem der Großteil des Gräserbestandes die gewünschten Qualitätsmerkmale aufweist, um die bestmögliche Silage zu erzeugen.

15. April 2020 - Einsetzende Trockenheit

Beginnende Trockenheit und kalte Nächte verlangsamen das Wachstum des Grünlands. Die Temperatursumme nahm seit dem letzten Probenahmetermin am 13. April 2020 nur noch um 4,5 °C zu. Dadurch stellen die Grünlandbestände das Massenwachstum ein. Die fehlenden Niederschläge kommen erschwerend hinzu. Laut einer nahegelegenen Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes weisen die oberen Bodenschichten eine Feldkapazität < 50 % auf. Dies bedeutet, dass der Boden Wasser nicht mehr so gut binden kann.

Die nächsten Tage werden darüber entscheiden, ob der erste Schnitt kurzfristig erfolgt oder ob auf einsetzendes Massenwachstum gewartet wird, falls die Nächte weiter so kalt bleiben.

13. April 2020 - Wachstum ausgebremst

Die Temperatursumme ist seit dem letzten Probenahmetermin täglich um 8,5 °C gestiegen. Durch die derzeit kalten Nächte wird das Grünland-Wachstum allerdings ausgebremst. So gab es bei der Rohrschwingel-Fläche und dem Dauergrünland kaum Ertragszuwachs. Lediglich das Welsche Weidelgras weist trotz der kälteren Temperaturen nennenswerte Rohfaser-Zuwüchse auf. Da auch in den kommenden Tagen nachts Temperaturen nahe dem Nullpunkt erwartet werden, liegt die Prognose für die Abreife bei Rohrschwingel und Dauergrünland bei 0,3 % Rohfaser-Zunahme pro Tag. Weiter bei 0,6 % Rohfaser-Zunahme pro Tag bleibt die Prognose für Welsches Weidelgras.


Die Pflanzen lagern wieder verstärkt Zucker ein. Es besteht außerdem die Gefahr, dass der Pflanzenzucker während der Silierung nicht in Gärsäuren umgewandelt wird, da die Milchsäure-Gehalte sehr niedrig sind (Zielwert 100.000-150.000 MSB/g FM). Daher sollten unbedingt BONSILAGE-Siliermittel eingesetzt werden.

7. April 2020 - Hohe Massenzuwächse

Es tut sich was - Seit dem letzten Probenahme-Termin hat die Temperatursumme um fast 20 °C Grad pro Tag zugenommen. Besonders die Rohrschwingel-Flächen zeigen mit einem Anstieg der Wuchshöhe von über 7 cm pro Tag hohe Massenzuwächse. Wie erwartet, sind die Rohfasergehalte mit der einsetzenden Wärme angestiegen. Durch das starke Pflanzenwachstum sind die Zuckergehalte leicht gesunken. Sie werden jetzt in Wachstum umgesetzt. Die Proteingehalte sind seit der letzten Probennahme deutlich angestiegen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass durch die steigenden Außentemperaturen, eine gesteigerte Mineralisierung vorherrscht.Die Abreife-Prognose zum Zielwert 22 % Rohfasergehalt in der TM wird aufgrund des verstärkten Wachstums nun mit 0,6 % Zuwachs pro Tag eingerechnet.

6. April 2020 - Geringer Milchsäurebakterienbesatz

Seit dem letzten Probenahme-Termin hat die Temperatursumme nur 6°C Grad pro Tag zugenommen. Sie beträgt jetzt 415 °C Grad. Durch die kalten Temperaturen mit hohen Sonneneinstrahlungen sind die Rohfaser-Zuwächse weiterhin gering. Die vielen Sonnenstunden fördern allerdings die Photosynthese, wodurch die Zuckergehalte auf einem hohen Niveau bleiben. Wenn die Temperaturen in den nächsten Tagen und Wochen steigen, wird der hohe Zuckergehalt für das Wachstum der Pflanze eingesetzt.


Die Gehalte der Milchsäurebakterien (MSB) auf der Pflanze sind sehr gering. Bei diesen Gehalten besteht die Gefahr, dass für die spätere Silierung zu wenige silier-taugliche MSB vorhanden sind. Der Zielwert liegt deutlich über 100.000 bis 150.00 Milchsäurebakterien pro Gramm Frischmasse. In den nächsten Wochen werden wir die Entwicklung der Werte näher erläutern.

1. April 2020 - Geringe Rohfaserzuwüchse

Aufgrund der kalten Temperaturen mit hoher Sonneneinstrahlung sind die Rohfaserzuwüchse nur sehr gering. Die Rohrschwingel-Bestände reagieren durch das beginnende Blattwachstum mit leicht sinkenden Fasergehalten. Auf einem hohen Niveau sind weiterhin die Zuckergehalte. Die Rohproteingehalte sind zwischen den geprüften Gräserarten sehr verschieden. Hier zeigt sich, dass das Welsche Weidelgras den Stickstoff sehr gut verwertet.


In der nächsten Woche werden die Abreifeprognosen zum Zielwert von 22 % Rohfaser durch weitere Ergebnisse konkretisiert. Zusätzlich werden dann die Milchsäurebakterien auf der Pflanze und eine Dauergrünlandfläche mit in die Reifeprüfung einbezogen.

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Siliertipps Gras
Anschnittfläche eines Grassilagesilos
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