Für eine hohe Milchleistung sind hygienisch einwandfreie Maissilagen grundlegend. Immer wieder gibt es aber Maissilos, die mit Schimmel belastet sind. Die Gründe für Nacherwärmung, Schimmelbildung und Fehlgärungen sind vielfältig. Trotzdem ist es möglich, für die belasteten Stellen, an denen sich Schimmel bildet, mögliche Ursachen zu benennen.
Ihre Silagequalität können Sie gezielt mit der passenden Kombination aus fachgerechtem Vorgehen und Siliermitteln für Maissilage verbessern. Hier finden Sie praxisnahe Tipps, um Schwachstellen in Ihrer Maissilage zu erkennen, Ursachen zu verstehen und die Silagequalität nachhaltig zu verbessern.
Schimmelbildung, Nacherwärmung oder Fehlgärungen sind unter bestimmten Bedingungen in der Maissilage möglich. Die folgende Übersicht zeigt häufige Probleme in der Maissilage, mögliche Ursachen und praxisnahe Lösungen, um Ihr Silagemanagement zu verbessern und die Silagequalität langfristig zu sichern.
Mögliche Ursachen für Schimmel im oberen Bereich sind aufgelockerte, zerklüftete Anschnittflächen durch falsche Entnahmetechnik, zu hohe Walzgeschwindigkeit oder unpassende Walzeinheiten sowie eine Überfüllung der Siloanlage. Oft passen Bergeleistung (Häcksellänge und Abladeschichten) nicht mit der Größe des Silos zusammen.
Lösungen: Verbessern Sie die Verdichtung, indem Sie die Bergeleistung je Zeiteinheit reduzieren. Die Walzgeschwindigkeit sollte maximal 4 km/h betragen. Erhöhen Sie den Reifendruck beim Walzen auf > 2 bar und verzichten Sie auf den Einsatz von Zwillingsbereifung. Das Walzgewicht lässt sich mit folgender Formel berechnen: Ernteleistung (t/h)/4. Achten Sie bei der Entnahme der Silage darauf, keine reißende Entnahmetechnik zu verwenden.
Zu langes Nachwalzen sorgt für einen Pumpeffekt. Dieser sorgt dafür, dass Sauerstoff in den Silo eintritt und das konservierende Kohlenstoffdioxid herausgepumpt wird. Ein weiterer Grund für Nacherwärmung ca. 20 cm unter der Oberfläche sind zu mächtige Abladeschichten im oberen Bereich in Verbindung mit schlechter Verdichtung.
Lösungen: Die Abladeschichten sollten maximal 20 cm dick sein. Maximieren Sie außerdem die Tiefenwirkung beim Walzen, indem Sie den Reifendruck erhöhen und keine Zwillingsbereifung einsetzen. Reduzieren Sie die Zeit beim Nachwalzen auf das Notwendigste, um den erneuten Sauerstoffeintrag in diese Schichten zu unterbinden.
Ursachen für Schimmelbildung in der Silomitte können eine zu trockene Substratschicht, ungenügende Zerkleinerung des Silierguts oder zu mächtige Abladeschichten sein. Eine weitere Ursache ist eine fehlende Zwischenabdeckung bei Silierpausen, insbesondere bei mehrtägiger Befüllung.
Lösungen: Die Abladeschicht sollte maximal 20 cm betragen. Kontrollieren Sie außerdem die Häcksellänge und decken Sie Ihren Silo auch in Silierpausen ab, um Nacherwärmung zu vermeiden.
Potentielle Ursachen für die unspezifische Verteilung von Schimmel im Maissilo können zu mächtige Abladeschichten, ungleichmäßige Befüllung des Silos (Löcher, Schlupf) und mangelnde Feldhygiene sein. Durch zu spätes Häckseln besteht die Gefahr, Hefen und Schimmelpilze in den Silo einzubringen.
Lösungen: Ernten Sie den Mais frühzeitig und mit einer Schnitthöhe von mindestens 30 cm, um einen Befall mit Feldpilzen zu verringern. Zerkleinern Sie die Maisstoppeln im Herbst und arbeiten Sie diese in den Boden ein. Die maximale Schichtdicke sollte 20 cm betragen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Befüllung des Silos ohne "Löcher" durch zu große Ablademengen. Verhindern Sie Schlupf der Erntefahrzeuge, indem das Walzfahrzeug sie hochzieht.
Mögliche Ursache für Schimmel im Randbereich ist ein falsches Befüllen der Silomiete. Bei abfallenden Außenkanten ist eine Verdichtung am Rand nur schlecht möglich. Fehlende Rand- oder Unterziehfolien begünstigen den Eintrag von Sauerstoff und Wasser.
Lösungen: Direkt an der Silowand walzen und Rand-sowie Unterziehfolie verwenden, um Schimmelbildung im Randbereich des Maissilos zu vermeiden.
Der Geruch von Ester entsteht durch die Reaktion von Alkoholen, z. B.Ethanol, und organischen Säuren (Gärsäuren) in der Maissilage.
Lösungen: Verringern Sie den vorhandenen Geruch nach Ester/Klebstoff, indem Sie die Silage auf der Siloplatte auslüften lassen. So lässt sich durch das Ausdampfen des Esters die gesenkte Fresslust Ihrer Tiere vermindern. Reduzieren Sie während der Maisernte durch ein sauberes Erntemanagement den Eintrag von Hefen, die während der Silierung Ethanol bilden, in den Maissilo. Setzen Sie dabei neben einer angepassten Schnitthöhe auf Siliermittel mit einer schnellen pH-Wert-Absenkung und Essigsäurebildung.
Eine sorgfältige Analyse typischer Schwachstellen hilft, Probleme in der Maissilage gezielt zu vermeiden und die Silagequalität langfristig zu erhalten. Wer seine Silierung weiter optimieren möchte, findet auf der folgenden Seite praktische Tipps und Empfehlungen für beste Ergebnisse im Silo.
Mehr praxisnahe Hinweise finden Sie unter: Siliertipps für Maissilage
Sie möchten mehr Informationen oder eine persönliche Beratung?
Finden Sie hier Ihre:n Fachberater:in aus Ihrer Region.