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Bild: Probleme in einer Grassilage erkennen und vermeiden

Probleme in der Grassilage erkennen und vermeiden

Schwachstellenanalyse im Grassilo

Hygienisch einwandfreie Grassilage ist die Grundlage für hohe Milchleistung und stabile Grundfutterleistung. Dennoch treten in vielen Silos immer wieder Qualitätsprobleme auf – etwa Nacherwärmung, Schimmelbildung, Fehlgärungen oder ein unangenehmer Buttersäuregeruch. Diese Schwachstellen entstehen durch verschiedene Faktoren im Silagemanagement, wie unzureichende Verdichtung, fehlerhafte Abdeckung oder eine gestörte Gärsäurebildung während der Silierung.


Mit der richtigen Kombination aus fachgerechter Arbeitsweise und passenden Siliermitteln für Grassilage lässt sich die Silagequalität gezielt verbessern. Hier finden Sie praxisnahe Tipps, um Schwachstellen in Ihrer Grassilage zu erkennen, Ursachen zu verstehen und die Silagequalität nachhaltig zu verbessern.

Typische Probleme in der Grassilage – Ursachen und Lösungen

Unter bestimmten Bedingungen kann es in der Grassilage zu Schimmelbildung, Nacherwärmung oder Fehlgärungen kommen. Die folgende Übersicht zeigt häufige Probleme in der Grassilage, mögliche Ursachen und praxisnahe Lösungen, um Ihr Silagemanagement zu optimieren und die Silagequalität langfristig zu sichern.

Nacherwärmung/Schimmel direkt unter der Folie+

Mögliche Ursachen für Schimmel direkt unter der Folie sind zu dünne Abdeckfolien, fehlende Unterziehfolien und nicht vorhandene Querriegel durch Sandsäcke. . Auch kleine Löcher in der Folie – etwa durch Vögel oder Mäuse – begünstigen den Lufteintritt und damit Schimmelbildung in der Grassilage.


Lösungen: Verwenden Sie immer Unterziehfolie und eine Hauptfolie mit mindestens 150 µ. Siloschutzgitter und -netze schützen vor mechanischen Beschädigungen. Legen Sie Querriegel aus Sandsäcken an der Anschnittfläche entlang, um Lufteintrag zu vermeiden und Nacherwärmungen vorzubeugen.

Nacherwärmung/Schimmel an der Anschnittfläche im oberen Bereich+

Eine zu geringe Verdichtung ist oft der Grund. Sie entsteht, wenn Häcksellänge, Abladeschichten oder Bergeleistung nicht zur Größe des Grassilos passen. Auch falsche Entnahmetechnik oder eine überfüllte Miete führen zu Luftzutritt und Schimmelbildung.


Lösung: Verbessern Sie die Verdichtung, indem Sie die Bergeleistung je Zeiteinheit reduzieren und möglichst langsam walzen (maximal 4 km/h). Erhöhen Sie den Reifendruck beim Walzen auf > 2 bar und verzichten Sie auf den Einsatz von Zwillingsbereifung. Nutzen Sie außerdem keine "reißende" Entnahmetechnik.

Nacherwärmung/Schimmel in der Silomitte+

Potentielle Ursache für Nacherwärmung in der Silomitte ist eine zu trockene Substratschicht aus zu altem und stark angewelktem Material. Weitere Gründe können zu mächtige Abladeschichten oder eine ungenügende Zerkleinerung des Materials sein.


Lösung: Die Abladeschicht sollte maximal 15 bis 20 cm dick sein. Bringen Sie kein überständiges oder zu stark angewelktes Material in die Mitte des Silos ein. Silieren Sie dies besser separat, zum Beispiel in Ballen oder in einem eigenen Silo. Eine weitere Möglichkeit ist es, dieses Siliergut ganz unten im Silo in dünnen Schichten einzubringen.

Nacherwärmung/Schimmel unspezifisch verteilt+

Durch ungleichmäßige Silobefüllung und der daraus resultierenden Entstehung von Löchern oder Schlupf kann es zu unspezifisch verteilter Schimmelbildung im Silo kommen. Ein anderer Grund kann die ungenügende Zerkleinerung und Verteilung von überständigem Substrat sein (im Zusammenspiel mit zu geringer Verdichtung). Auch falsches Grünlandmanagement kann zu Problemen führen, zum Beispiel wenn Erntereste des vorherigen Schnitts (Gemeine Rispe) mit eingebracht werden.


Lösungen: Häckseln Sie überständiges Material sehr kurz (<10 mm) und befüllen Sie den Silo gleichmäßig, sodass keine Löcher durch zu große Ablademengen entstehen. Verhindern Sie den Schlupf der Erntefahrzeuge auf dem Silo, indem Sie die Wagen durch Walzfahrzeuge hochziehen. Striegeln Sie die Gemeine Rispe vorab raus und achten Sie darauf, dass Sie keine Erntereste des vorherigen Schnittes einfahren.

Nacherwärmung/Schimmel im Randbereich+

Eine falsche Befüllung des Grassilos –insbesondere abfallende Außenkanten – führt zu schlechter Verdichtung am Rand. Fehlende Rand- oder Unterziehfolien begünstigen Luft- und Wassereintrag.


Lösungen: Walzen Sie direkt an der Silowand und verwenden Sie Rand- sowie Unterziehfolie, , um Schimmelbildung im Randbereich zu vermeiden.

Silage riecht nach Buttersäure+

Eine mögliche Ursache für den Geruch von Buttersäure ist ein hoher Schmutzanteil (Rohasche) im Erntematerial durch Anhaftung von Erde oder aufgrund später Güllegabe vor der Ernte. Bei extensiver Düngung fehlt bei der Silierung Nitrat in der Pflanze, das Clostridien natürlich hemmt. Auch zu nasses Material und eine schwache Vergärbarkeit fördern Fehlgärungen.


Lösungen: Schmutzeintrag minimieren, Düngung anpassen und auf den optimalen Trockenmassegehalt achten. So lässt sich der Gärverlauf stabilisieren und die Qualität der Grassilage optimieren.

Verfaulte Schmierschicht an der Oberfläche+

Ursachen für eine verfaulte Schmierschicht können Löcher in der Abdeckfolie oder auch Lufteinschlüsse zwischen Folie und Siliergut sein. Ein weiterer Grund ist, dass die Grassilage stark zeitverzögert abgedeckt wurde.


Lösungen: Decken Sie sofort nach Beendigung des Nachwalzens den Silo ab und verwenden Sie dabei Unterziehfolien. Die Hauptfolie sollte mindestens 150 µ stark sein. Schützen Sie die Folien mit Siloschutzgittern und -netzen vor mechanischen Beschädigungen.

Eine sorgfältige Analyse typischer Schwachstellen hilft, Probleme in der Grassilage gezielt zu vermeiden und die Silagequalität langfristig zu sichern. Wer seine Silierung weiter optimieren möchte, findet auf der folgenden Seite praktische Tipps und Empfehlungen für beste Ergebnisse im Silo.


Mehr praxisnahe Hinweise finden Sie unter: Siliertipps für Grassilage


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