Maisbeulenbrand 2026: Mehr Befall durch Trockenstress
In vielen Maisbeständen ist in diesem Jahr vermehrt Maisbeulenbrand (Ustilago maydis) zu beobachten. Besonders auf trockenen Standorten treten die typischen grau-silbrigen Beulen an Kolben, Stängeln und Blättern derzeit deutlich häufiger auf als in vorherigen Jahren.
Warum tritt Maisbeulenbrand in diesem Jahr häufiger auf?
Der Pilz nutzt vor allem geschwächte Pflanzen. Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und Wachstumsstress hat die Maisbestände vielerorts anfälliger gemacht. Zusätzlich können Verletzungen durch Hagel, Insektenfraß oder mechanische Bearbeitung die Infektion begünstigen. Besonders kritisch sind starke Wechsel zwischen Trockenphasen und anschließendem Wasserangebot durch Regen oder Beregnung.
Die Infektion erfolgt häufig bereits in frühen Entwicklungsstadien. Sichtbar werden die charakteristischen Beulen jedoch oft erst deutlich später im Sommer. Die Sporen des Pilzes können dabei 6 bis 10 Jahre im Boden überdauern und stehen bei günstigen Bedingungen erneut für Infektionen zur Verfügung.
Welche Folgen hat der Befall für die Maissilage?
Nicht jeder Befall führt automatisch zu hohen Ertragsverlusten bei der Maisernte. Problematisch wird es vor allem dann, wenn der Kolben teilweise oder vollständig durch Brandbeulen ersetzt wird. In diesen Fällen gehen Stärke und Energie in der Maissilagen verloren.
Untersuchungen zeigen bei Maissilagen mit Maisbeulenbrand:
- Geringere Trockenmassegehalte
- Niedrigere Energiekonzentrationen von bis zu 1 MJ NEL je kg Trockenmasse
- Höhere Belastung mit Hefen und Schimmelpilzen
- Erhöhte Gefahr von Nacherwärmung der Silage
- Schlechtere aerobe Stabilität nach Öffnung des Maissilos
- Sinkende Grundfutteraufnahme
Wie gefährlich ist Maisbeulenbrand für die Tiergesundheit?
Die gute Nachricht: Für Rinder konnte bisher keine direkte gesundheitliche Gefährdung durch Maisbeulenbrand nachgewiesen werden. Fütterungsversuche mit Milchkühen, Schafen und Mastbullen ergaben keine Hinweise auf eine Toxizität des Pilzes.
Das größere Risiko liegt in der Silagequalität. Befallene Bestände weisen häufig höhere Hefen- und Schimmelpilzgehalte auf. Dadurch steigt das Risiko von Verderb und Nacherwärmung.
Worauf sollten Sie bei der Maisernte achten?
Bei stärkerem Befall empfiehlt es sich:
- Belastete Flächen möglichst separat zu silieren
- Die Häcksellänge kurz zu halten (4 bis 8 mm)
- Auf eine hohe Verdichtung von mindestens 220 kg TM/m³ zu achten
- Siliermittel zur Verbesserung der aeroben Stabilität wie bonsilage SPEED M einzusetzen
Fazit:
Das Jahr 2026 zeigt erneut, wie stark Maisbeulenbrand von Witterungsstress beeinflusst wird. Trockenheit, Hitze und anschließende Niederschläge schaffen ideale Bedingungen für den Pilz. Für die Tiergesundheit stellt Maisbeulenbrand nach aktuellem Kenntnisstand kein wesentliches Risiko dar. Entscheidend für den Erfolg der Futterkonservierung sind jedoch eine angepasste Erntestrategie, eine hohe Verdichtung und eine sichere Silierung. Gerade hierfür ist das Siliermittel bonsilage SPEED M essentiell. Eine schnelle pH- Wert-Absenkung zum Start der Silierung hemmt Hefen und Schimmelpilze effektiv. Nur bonsilage SPEED M produziert schnell genug eine ausreichende Menge an Essigsäure in der Maissilage, um die aerobe Stabilität zu verbessern und so Verluste durch Nacherwärmung zu vermeiden.